Langfristige Anlagen definieren
Langfristiges Investieren wirkt im Vergleich zum Trading fast schon gemächlich. Ihr Kapital bleibt investiert und kann über viele Jahre oder Jahrzehnte wachsen. Wenn Sie gerade erst anfangen, führt unser Leitfaden zum Investieren in Aktien Sie durch die Grundlagen, bevor Sie sich langfristig festlegen.
Tatsächlich ist „faul“ genau die richtige Beschreibung dafür, wie Warren Buffett, CEO von Berkshire Hathaway Inc. und einer der größten Investoren der Welt, erfolgreiches Investieren sieht. Buffett schrieb in seinem Aktionärsbrief von 1996: „Unser Portfolio verändert sich kaum: Wir verdienen weiterhin mehr Geld, wenn wir schnarchen, als wenn wir aktiv sind.“
Langfristiges Investieren unterscheidet sich sowohl hinsichtlich der Vorgehensweise als auch der eingesetzten Instrumente deutlich vom Trading. Langfristig orientierte Anleger konzentrieren sich auf die Geschäftsentwicklung des Unternehmens selbst und nicht auf Charts oder Zinssätze. Ziel ist es herauszufinden, wie viel Geld ein Unternehmen verdienen kann, und seinen Wert zu bestimmen. Dieser Ansatz wird als Fundamentalanalyse bezeichnet. Ein Anleger wird Aktien eines Unternehmens kaufen wollen, wenn der Aktienkurs unter dem von ihm geschätzten Unternehmenswert liegt.
Sie werden feststellen, dass hier das Unternehmen und seine künftige Geschäftsentwicklung im Mittelpunkt stehen. Sobald Anleger ein Unternehmen gefunden haben, an dem sie sich beteiligen möchten, können sie sich zurücklehnen und die Zeit (und das Unternehmen) die aufwendige Aufgabe übernehmen lassen, Renditen durch den Zinseszinseffekt wachsen zu lassen. „Mit Investitionen verdient man Geld, indem man investiert und über lange Zeit gute Unternehmen besitzt“, sagte Buffett einmal gegenüber CNBC.
Ein hervorragendes Beispiel für langfristiges Investieren ist Warren Buffett. Bis einschließlich 1996 hielt Berkshire Hathaway 8,1 % an Coca-Cola Co. und 10,5 % an American Express Company. Auch 2020, mehr als 20 Jahre später, gehörten die Aktien noch Berkshire Hathaway, und das Unternehmen hatte seine Beteiligungen an den beiden Firmen sogar auf 18,8 % bzw. 9,3 % erhöht.
Warum ist die Zukunft wichtig? Weil die Gewinne eines Unternehmens im Laufe der Zeit außergewöhnlich stark wachsen und sich ihre Zuwächse weiter verstärken können – zum Vorteil geduldiger Anleger. Das braucht jedoch Zeit. Unternehmen müssen in neue Fabriken investieren, ihre Marken vermarkten und neue Produkte erforschen, die sich möglicherweise erst nach Jahren finanziell für das Unternehmen auszahlen.
Vorteile langfristiger Anlagen
Bessere langfristige Renditen
Eine bestimmte Kategorie von Anlagen wird als Anlageklasse bezeichnet. Anlageklassen haben ähnliche Merkmale und Eigenschaften wie beispielsweise festverzinsliche Anlagen (Anleihen) oder Aktien. Ihr Alter, Ihr Risikoprofil, Ihr verfügbares Kapital, Ihre Anlageziele und Ihre Risikotoleranz beeinflussen, welche Anlageklasse für Sie ideal ist. Welche Anlageklassen eignen sich am besten für langfristig orientierte Anleger?
Aktien haben laut Renditedaten über mehrere Jahrzehnte hinweg praktisch alle anderen Anlageklassen übertroffen. Zwischen 1928 und 2021 erzielte der S&P 500 eine durchschnittliche Jahresrendite von 11,82 %. Das ist mehr als die Rendite von 5,11 % bei zehnjährigen US-Staatsanleihen und von 3,33 % bei dreimonatigen US-Schatzwechseln (T-Bills).
An den Aktienmärkten bieten Schwellenländer eines der größten Renditepotenziale, sie sind jedoch auch mit dem höchsten Risiko verbunden. Die durchschnittlichen Jahresrenditen dieser Anlageklasse waren historisch ausgezeichnet, doch kurzfristige Schwankungen haben ihre Wertentwicklung belastet. So lag die annualisierte Rendite des MSCI Emerging Markets Index über zehn Jahre zum 29. April 2022 bei 2,89 %. 3 Sowohl Small Caps als auch Large Caps haben überdurchschnittliche Renditen erzielt. Der Russell-2000-Index, der die Wertentwicklung von 2.000 kleinen Unternehmen misst, erzielte beispielsweise über zehn Jahre eine Rendite von 10,15 %. Zum 3. Mai 2022 hatte der Large-Cap-Russell-1000-Index in den vorangegangenen zehn Jahren eine durchschnittliche Rendite von 13,57 % erzielt.
Höhere Renditen wurden im Allgemeinen mit risikoreicheren Aktienkategorien erzielt als mit ihren konservativeren Pendants.
Höhen und Tiefen annehmen
Investitionen in Aktien gelten als langfristige Strategie. Das liegt unter anderem daran, dass Kursrückgänge von 10 % bis 20 % oder mehr innerhalb kürzerer Zeiträume häufig sind. Um langfristig eine höhere Rendite zu erzielen, können Anleger solche Höhen und Tiefen über mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte aussitzen.
Anleger, die über einen Zeitraum von 20 Jahren in den S&P 500 investiert haben, haben laut Börsenrenditen seit den 1920er-Jahren nur selten Geld verloren.
Selbst wenn man Rückschläge wie die Weltwirtschaftskrise, den Schwarzen Montag, die Dotcom-Blase und die Finanzkrise berücksichtigt, hätten Anleger von Anlagen im S&P 500 profitiert, wenn sie diese 20 Jahre lang ohne Unterbrechung gehalten hätten.
Auch wenn die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Ergebnisse ist, deutet sie darauf hin, dass langfristige Aktienanlagen über einen ausreichend langen Zeitraum typischerweise günstige Ergebnisse erzielen.
Anleger sind schlechte Market-Timer
Seien wir ehrlich: Wir sind nicht so besonnen und rational, wie wir gern glauben. Tatsächlich ist die Neigung zu emotionalen Entscheidungen eines der grundlegenden Probleme beim Anlageverhalten. Wenn der Aktienmarkt zu fallen beginnt, behaupten viele, langfristig zu investieren, ziehen ihr Geld aber meist ab, um weitere Verluste zu vermeiden.
Wenn es zu einer Erholung kommt, gelingt es vielen Anlegern nicht, an ihren Aktienanlagen festzuhalten. Tatsächlich steigen sie oft erst wieder ein, nachdem der Großteil der Kursgewinne bereits erzielt wurde. Kaufen bei hohen Kursen und Verkaufen bei niedrigen Kursen wirkt sich in der Regel negativ auf die Anlagerendite aus.
In den 20 Jahren bis zum 31. Dezember 2019 erzielte der S&P 500 laut Dalbars Studie „Quantitative Analysis of Investor Behavior“ eine durchschnittliche Jahresrendite von etwas mehr als 6 %. Der durchschnittliche Anleger erzielte im selben Zeitraum eine durchschnittliche jährliche Rendite von etwa 2,5 %. 7
Das kann verschiedene Gründe haben. Hier sind nur einige Beispiele:
Anleger fürchten, es später zu bereuen. Besonders wenn die Märkte fallen, vertrauen viele ihrem eigenen Urteilsvermögen nicht und ziehen es stattdessen vor, dem Hype Glauben zu schenken. Viele machen den Fehler, ihre Aktien zu verkaufen, um ihre Sorge zu mindern, später zu bereuen, an ihnen festgehalten zu haben und infolge des Kursrückgangs noch mehr Geld zu verlieren.
ein Gefühl des Pessimismus, wenn sich die Umstände ändern. Während Börsenrallys herrscht Optimismus, doch wenn es bergab geht, gilt das Gegenteil. Kurzfristige überraschende Schocks, etwa im Zusammenhang mit der Wirtschaft, können zu Schwankungen am Markt führen. Dabei ist es entscheidend, im Hinterkopf zu behalten, dass diese Rückschläge häufig nur vorübergehend sind und sich die Lage mit ziemlicher Sicherheit wieder verbessern wird.
Wenn Anleger zu häufig versuchen, den Markt zu timen, verschlechtern diejenigen, die dem Aktienmarkt zu viel Aufmerksamkeit schenken, tendenziell ihre Erfolgschancen. Eine einfache langfristige Buy-and-Hold-Strategie hätte deutlich bessere Ergebnisse erzielt.
Niedrigerer Steuersatz auf Kapitalgewinne
Gewinne aus dem Verkauf von Vermögenswerten gelten als Kapitalgewinne. Zu dieser Kategorie zählen persönliche Gegenstände wie Möbel sowie Anlagen wie Aktien, Anleihen und Immobilien.
Gewinne werden als reguläres Einkommen besteuert, wenn ein Anleger ein Wertpapier innerhalb eines Kalenderjahres nach dem Kauf verkauft. Diese werden als „kurzfristige Kapitalgewinne“ bezeichnet. Je nach bereinigtem Bruttoeinkommen (AGI) der Person kann dieser Steuersatz bis zu 37 % betragen.
Langfristige Kapitalgewinne entstehen, wenn Wertpapiere nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr verkauft werden. Auf diese Gewinne fällt höchstens ein Steuersatz von 20 % an. Für Anleger mit niedrigeren Steuersätzen kann sogar ein Steuersatz von 0 % auf langfristige Kapitalgewinne gelten.
Niedrigere Kosten
Geld zu sparen ist einer der wichtigsten Vorteile einer langfristigen Anlagestrategie, besonders sobald Sie ein solides Anlagebudget aufgestellt haben. Je länger Sie Ihre Aktien halten, desto weniger Gebühren fallen an. Dadurch ist es kostengünstiger, Ihre Aktien länger im Portfolio zu halten, als häufig zu kaufen und zu verkaufen. Wie viel kostet das alles jedoch?
Sie vermeiden die Steuerzahlung, wie im vorherigen Abschnitt erläutert. Der Internal Revenue Service (IRS), die US-Steuerbehörde, muss über Gewinne aus Aktienverkäufen informiert werden. Dadurch steigt Ihre Steuerlast, was bedeutet, dass Sie mehr Geld zahlen müssen. Bedenken Sie, dass kurzfristige Kapitalgewinne Sie mehr kosten können, als wenn Sie Ihre Aktien länger gehalten hätten. 9
Hinzu kommen Transaktions- oder Handelsgebühren. Wie viel Sie zahlen, hängt von der Art Ihres Kontos und dem Unternehmen ab, das Ihr Anlageportfolio verwaltet. So kann beispielsweise eine Provision oder ein Aufschlag anfallen. Die Provision wird beim Kauf und Verkauf über einen Broker von Ihrem Erlös abgezogen, während der Aufschlag anfällt, wenn ein Verkäufer den Verkauf über seinen eigenen Bestand abwickelt. Beim Handel mit Aktien werden diese Gebühren Ihrem Konto belastet. Das bedeutet, dass jeder Verkauf, den Sie tätigen, den Wert Ihres Portfolios verringert.
Unternehmen erheben häufig wiederkehrende Gebühren wie Kontoführungsgebühren, die Ihren Kontostand ebenfalls erheblich verringern können. Nach Berücksichtigung der Transaktionsgebühren fallen Ihre Gebühren noch höher aus, wenn Sie regelmäßig mit kurzfristigem Anlageziel handeln.
Vermögensaufbau mit Dividendenaktien
Unternehmensgewinne werden von erfolgreichen Unternehmen als Dividenden ausgeschüttet. Dabei handelt es sich häufig um defensive Aktien oder Blue-Chip-Aktien. Unternehmen mit defensiven Aktien schneiden unabhängig von der Wirtschaftslage und auch bei fallenden Aktienmärkten gut ab. Daher kann es hilfreich sein, Aktien nach Sektor zu vergleichen, bevor Sie neue dividendenzahlende Aktien aufnehmen.
Sie können vom Erfolg dieser Unternehmen profitieren, da sie berechtigten Aktionären regelmäßig Dividenden zahlen, oft einmal pro Quartal. Es gibt einen sehr guten Grund, warum Sie die Dividenden trotz der Versuchung, sie sich auszahlen zu lassen, wieder in die Unternehmen investieren sollten, die sie tatsächlich zahlen.
Wenn Sie Anleihen oder Investmentfonds halten, wissen Sie bereits, wie sich der Zinseszinseffekt auf Ihre Anlagen auswirkt. Zinsen, die sowohl auf den Kapitalbestand Ihres Aktienportfolios als auch auf zuvor erzielte Zinsen berechnet werden, bezeichnet man als Zinseszins. Das bedeutet, dass sich alle Zinsen (oder Dividenden), die sich im Laufe der Zeit in Ihrem Aktienportfolio ansammeln, verzinsen und so Ihr Konto mit der Zeit vergrößern.
Wie funktioniert der Zinseszinseffekt?
Zinseszins bezeichnet die Zinsen, die Sie auf Ihre ursprüngliche Anlage erhalten oder die bei einem Darlehen auf die bereits aufgelaufenen Zinsen anfallen, wie zuvor beschrieben. Die Höhe der Zinsen, die beim Leihen oder Anlegen von Geld anfallen, kann von mehreren Faktoren abhängen. Dazu gehören der geliehene oder angelegte Betrag, der Zinseszinszeitraum und der Zinssatz.
Angenommen, Sie haben Schulden in Höhe von 2.000 $ mit Zinseszins und einem jährlichen Zinssatz von 12 %, die Sie innerhalb von fünf Jahren zurückzahlen möchten. Wenn Sie die Kreditsumme und die Rückzahlungsdauer betrachten, könnten Sie zunächst glauben, dass dies eine einfache Aufgabe ist. Im Vergleich zu einem Kredit mit einfachem Zinssatz kann ein Kredit mit Zinseszins jedoch deutlich mehr Zinsen auf die Kreditsumme aufschlagen, statt nur auf die ursprünglich geliehenen 2.000 $. Ihr Kreditsaldo würde sich nach fünf Jahren um 1.524,68 $ erhöhen, sodass sich der Rückzahlungsbetrag auf insgesamt 3.524,68 $ belaufen würde. Bei einem Kredit über 2.000 $ mit einem einfachen Zinssatz von 12 % wäre der Gesamtbetrag nach fünf Jahren dagegen 3.200 $, also 1.200 $ mehr als der Kreditbetrag. Der Unterschied besteht darin, dass beim Zinseszins nicht nur auf den ursprünglichen Saldo – also die Kreditsumme von 2.000 $ –, sondern auch auf die bereits für die 2.000 $ angefallenen Zinsen Zinsen berechnet werden. Ein einfacher Zinssatz hingegen führt nur dazu, dass auf den ursprünglichen Kreditbetrag von 2.000 $ Zinsen anfallen.
Stellen Sie sich vor, Sie nehmen keinen Kredit auf, sondern legen 5.000 $ auf ein Sparkonto mit Zinseszins an, das jährlich 2 % Zinsen zahlt und jährlich verzinst wird. Das bedeutet, dass sowohl Ihre anfängliche Einzahlung von 5.000 $ als auch die darauf aufgelaufenen Zinsen jährlich verzinst werden. Durch die Zinsen würde Ihr Kontostand innerhalb von fünf Jahren um 520,40 $ auf insgesamt 5.520,40 $ steigen. Bei monatlicher Verzinsung und demselben Zinssatz von 2 % hätten Sie nach fünf Jahren 5.525,39 $.
Zinseszins verstehen
Wie lässt sich der Zinseszinseffekt nutzen? Vielleicht können Sie bestimmte Zinseszinsstrategien an Ihre Bedürfnisse und finanziellen Ziele anpassen. Bevor Sie jedoch damit beginnen, sollten Sie einige Punkte berücksichtigen. Fassen wir zusammen.
- Vermögenswachstum im Zeitverlauf
Der Zinseszins ist ein wirkungsvolles Instrument für langfristiges finanzielles Wachstum. Er lässt sich auf verschiedene Weise nutzen, etwa bei Sparkonten, Geldmarktkonten, Einlagenzertifikaten und Aktienanlagen über Investmentfonds oder dividendenzahlende Aktien. Vielleicht stellen Sie fest, dass eine bestimmte Methode der Zinsberechnung vorteilhaft ist. Je länger Sie Ihr Geld anlegen oder sparen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es im Laufe der Zeit wächst.
- Effektive Jahresrendite (APY)
Die jährliche Rendite einer Anlage, die den Zinseszinseffekt berücksichtigt, wird als Annual Percentage Yield (APY) bezeichnet. Ist es also wichtig, Ihren Zinssatz zu kennen? Beim Anlegen kann der Zins zu Ihrem Verbündeten werden. Je höher der Zinssatz ist, desto besser stehen die Chancen, dass Ihre Anlage sowohl auf den Anlagebetrag als auch auf die bereits aufgelaufenen Zinsen höhere Erträge erzielt.
- Zinsperioden
Wie bereits erwähnt, kann die Häufigkeit der Zinseszinsberechnung beeinflussen, wie stark Ihr Geld im Laufe der Zeit wächst. Je häufiger die Zinsen berechnet werden, desto stärker wachsen Ihr Geld und Ihre langfristigen Ersparnisse. Fundierte Anlageentscheidungen erfordern Recherche oder die Zusammenarbeit mit einem Finanzberater – unabhängig davon, ob Sie sich darauf konzentrieren, wie viel Geld Sie für den Ruhestand benötigen oder Vermögen aufbauen möchten.
Warum bewegen sich Aktienkurse langfristig?
Aktienkurse schwanken kurzfristig aus verschiedenen Gründen. Langfristig gewinnen profitable Unternehmen jedoch typischerweise an Wert. Da einzelne Aktien nur einen kleinen Anteil an einem Unternehmen darstellen, sind Anleger eher bereit, dafür mehr zu zahlen, wenn das Unternehmen höhere Gewinne pro Aktie erzielt. Das gilt besonders, wenn sie glauben, dass sich das Unternehmen weiterentwickeln kann, indem es seine Gewinne reinvestiert.
Das könnte die nahezu 90-prozentige Korrelation zwischen der Veränderung des Aktienkurses über einen Zeitraum von zehn Jahren und den Zuwächsen bei Umsatz und Rentabilität erklären. Umsatzwachstum gilt bei Anlegern typischerweise als Zeichen für ein erfolgreiches Unternehmen, da es dem Unternehmen ermöglicht, weiterhin in Vertrieb und Marketing zu investieren, um künftiges Wachstum anzukurbeln.
Je länger Ihr Anlagehorizont, desto stärker hängt Ihr Erfolg von der tatsächlichen Entwicklung des Unternehmens statt von den ständig wechselnden Erwartungen des Marktes ab.
Trading oder langfristiges Investieren – was ist erfolgreicher?
Aktien langfristig zu halten, kann schwieriger sein, als es scheint. Wir kaufen und verkaufen gerne Aktien, weil uns das ein Gefühl finanzieller Kontrolle gibt. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir besonders gut darin sind. Tatsächlich wäre es laut Forschung am besten, wenn wir es einfach sein ließen!
Laut einer Studie mit 66.000 US-amerikanischen Familien, die Anlagekonten bei einem großen Discountbroker hatten, blieben Anleger, die häufig in den Aktienmarkt ein- und ausstiegen, deutlich hinter der Marktrendite zurück. Der Befragung zufolge erzielten diejenigen, die jährlich am meisten handelten, eine Rendite von 11,4 % gegenüber 17,9 % am Markt. Die Schlussfolgerung der Studie war eindeutig: „Unsere wichtigste Botschaft lautet, dass Trading Ihrem Geld schadet.“
Eine noch beunruhigendere Statistik ergab eine zweite Studie zum Schicksal von Daytradern in Brasilien. Die zwischen 2013 und 2015 durchgeführte Studie zeigte, dass erstaunliche 97 % derjenigen, die länger als 300 Tage Daytrading betrieben, Geld verloren. Nur 1,1 % der Beschäftigten in Brasilien verdienten mehr als den Mindestlohn.
Okay, aber was ist mit dem richtigen Timing am Markt? Sie wären besser dran, wenn Sie die großen Einbrüche einfach vermeiden könnten, oder? Das Problem ist, dass es äußerst schwierig ist, den richtigen Zeitpunkt für den Ein- und Ausstieg am Markt zu bestimmen. Der Dow Jones Industrial Average hat laut Nick Maggiulli, Datenwissenschaftler und COO von Ritholtz Wealth Management LLC, seit 1915 an etwa 52 % der Tage positive Renditen erzielt. Wenn Sie also am Markt ein- und aussteigen, ist es fast ein Münzwurf, ob Sie damit Gewinn machen.
Die Frage, wann man wieder einsteigt, stellt sich neu, wenn man verkauft, um Verluste zu vermeiden. Gewinne aus langfristigen Anlagen können erheblich geschmälert werden, wenn man nicht investiert ist. Invesco, ein US-amerikanisches Vermögensverwaltungsunternehmen, veröffentlichte eine Analyse, die zeigte, dass die Rendite über einen Zeitraum von 82 Jahren um rund zwei Drittel niedriger ausfiel, wenn man nur die zehn Tage mit der besten Wertentwicklung verpasste.
Unsere Chancen, wohlhabend zu werden, steigen deutlich, wenn wir die Ruhe bewahren und an unseren Aktien festhalten, selbst wenn die Märkte fallen. Einem Sprichwort zufolge braucht Investieren Zeit; Market-Timing ist sinnlos.
Die besten Aktien für langfristige Anlagen
Wenn Sie Aktien kaufen möchten, sollten Sie verschiedene Aspekte berücksichtigen. Dazu gehören unter anderem Ihr Alter, Ihre Risikotoleranz und Ihre Anlageziele. Wenn Sie all das wissen, können Sie besser einschätzen, welche Art von Aktienportfolio Sie aufbauen können, um Ihre Ziele zu erreichen. Die folgende grobe Orientierung kann als Ausgangspunkt dienen und lässt sich an Ihre persönliche Situation anpassen:
- Entscheiden Sie sich für Indexfonds. Diese ETFs entwickeln sich genauso wie Aktien und bilden bestimmte Indizes wie den S&P 500 oder den Russell 1000 ab. Allerdings sind diese Fonds kostengünstiger als Aktien, und anders als bei Einzelaktien müssen Sie nicht selbst auswählen, in welche Unternehmen Sie investieren. Indexfonds erzielen ähnliche Renditen wie die Indizes, denen sie folgen. Wenn Ihnen eine ganze Aktie zu teuer erscheint, können Sie mit Bruchteilen von Aktien mit weniger beginnen.
- Ziehen Sie Aktien in Betracht, die Dividenden ausschütten. Diese Aktien können dazu beitragen, dass Ihr Portfolio an Wert gewinnt, insbesondere wenn die Dividenden reinvestiert werden.
- Wachstumsstarke Unternehmen können Ihr Portfolio stärken. Wachstumsaktien werden häufig mit Unternehmen in Verbindung gebracht, die schneller als ihre Wettbewerber überproportional hohe Gewinne erzielen können. Außerdem sind sie eher in der Lage, überzeugende Gewinnberichte vorzulegen. Bedenken Sie jedoch, dass dieses Wachstum mit einem höheren Risiko einhergeht. Wenn Sie diesen Weg einschlagen möchten, müssen Sie etwas versierter sein als unerfahrene Anleger.
Holen Sie stets den Rat eines Finanzexperten ein, insbesondere wenn Sie mit der Welt der Geldanlagen nicht vertraut sind.
FAQ
Wie lange müssen Sie eine Aktie halten, damit sie als langfristige Anlage gilt?
Wie bei jedem Vermögenswert ist es erforderlich, eine Aktie mindestens ein Jahr zu halten, damit sie als langfristige Anlage gilt. Eine kürzere Haltedauer gilt als kurzfristige Anlage.
Welche Nachteile hat eine langfristige Geldanlage?
Die Nachteile langfristiger Anlagen sind zahlreich. Sie sind beispielsweise spekulativer als kurzfristige Anlagen. Im Vergleich zu kurzfristigen Anlagen schwanken sie stärker. Außerdem können die Renditen geringer ausfallen.
Wie funktioniert langfristiges Investieren?
Eine Anlage, die ein Unternehmen mindestens ein Jahr lang halten möchte, etwa Aktien, Anleihen, Immobilien und liquide Mittel, gilt als langfristige Investition. Sie wird in der Bilanz eines Unternehmens unter den Vermögenswerten ausgewiesen. Im Allgemeinen sind langfristige Anleger bereit, ein höheres Risiko einzugehen, um dafür höhere Erträge zu erzielen.
Lohnt sich langfristiges Investieren?
Wenn Anleger versuchen, den richtigen Zeitpunkt für ihre Positionen abzupassen, schneiden langfristige Anlagen fast immer besser ab als der Markt. Die Renditen von Anlegern werden häufig durch emotionales Trading beeinträchtigt. In den meisten Zeiträumen von 20 Jahren erzielte der S&P 500 positive Renditen. Die Fähigkeit, kurze Marktabschwünge auszusitzen, gilt als Zeichen eines erfolgreichen Anlegers.
Was ist ein Beispiel für eine risikoreiche Anlage?
Obwohl sich Produktnamen und -beschreibungen häufig ändern, zählen zu den Beispielen für risikoreiche Anlagen: Kryptoanlagen (auch als Kryptos bekannt), Mini-Anleihen (auch als hochverzinsliche Anleihen bezeichnet) und Land Banking (manchmal ebenfalls als hochverzinsliche Anleihen bezeichnet).